Praktische Tipps

Benutzen Sie den Mozilla Browser Firefox
Benutzen Sie als Hauptbrowser Mozilla (http://www.mozilla.org). Auch auf Handy und Tablet! Stellen Sie die Datenschutzeinstellung korrekt ein: https://support.mozilla.org/de/kb/einstellungen-fenster-datenschutz-abschnitt

Installieren Sie das Disconnect.me Addon in Firefox
Das Addon blockiert viele Werbetracker und Analysetools welche im Hintergrund laufen.

Suchen Sie mit Disconnect.me Search oder DuckDuckgo
Wenn Sie nicht möchten, dass Google Ihre Suchen aufzeichnet, so können sie Google dennoch via search.disconnect.me benutzen oder als alternative Suchmaschinen DuckDuckGo oder Motherpipe benutzen.

Benutzen Sie ein VPN
Dienste wie zB Freedome von F-Secure (aus Finnland) leiten ihren genazen Internetverkehr via VPN um und annonymisieren ihn dadurch. Als angenehme Nebenerscheinung kann man dadurch auch Streamingdienste wie Netflix in der US Version schauen.

Benutzen Sie einen sicheren Mail Anbieter
Aus der Schweiz: https://protonmail.ch oder https://kolabnow.com/ (unterstützt auch eigene Domains, also xyz@ihrefirma.ch) oder sonst tutanota.de oder mailbox.org. Diese Services kosten etwas, aber sind dafür sicher.

Zu Facebook & Google
Benutzen Sie Facebook nur im (mobilen) Browser. Installieren Sie niemals die App, bzw. deinstallieren Sie diese sofort. Benutzen Sie Facebook & Google / Gmail in einem eigenen Browser, mit dem Sie nur diese benutzen und sonst mit Firefox surfen. z.B. Opera. Somit wird ihr Surfverhalten von Facebook & Google auf anderen Seiten nicht getrackt.

Zu Cloud-Diensten wie Dropbox & Gmail
Benutzen Sie nach Möglichkeit verschlüsselte Anbieter aus Europa oder der Schweiz wie z.B. Protonmail oder SecureSave. Gehen Sie davon aus, dass US Dienste mit den dortigen Behörden zusammenarbeiten und ihre Daten archiviert und auch zu Wirtschaftsspionage benutzt werden.

Deaktivieren Sie Behavioral Targeting:
Viele Werbetreibende nehmen an einem Programm teil, welches dem User die Möglichkeit zum Opt-Out bietet. So kann man das tracken über mehrere Webseiten zusätzlich eindämmen:

USA: http://www.aboutads.info/choices/
EUROPA: http://www.youronlinechoices.com/ch-de/praferenzmanagement

melden Sie sich hier von allen Services ab.

Weiterführende Links & Tipps:

https://www.resetthenet.org
http://www.the-cloak.com/login.html
https://www.eff.org/de/wp/effs-top-12-ways-protect-your-online-privacy
https://www.disconnect.me
https://www.f-secure.com/enUS/web/homeus/freedome
https://duckduckgo.com/
http://www.securesafe.com/de/
https://www.protonmail.ch

Ein Manifest zum #Datengeheimnis.

Das Bankgeheimnis ist tot. Zu lange wurde es missbraucht um Bürgern im Ausland zu helfen ihr Geld vor dem Fiskus zu verstecken. Zu gross wurde der Druck von Aussen, ein legitimes Recht auf finanzielle Privatsphäre aufzugeben, um diesen offensichtlichen Missbrauch zu stoppen.

Viel wichtiger aber als Kontostände und finanzielle Transaktionen sind Daten und Informationen ganz allgemein. Denn seit diese digital und global verschickt oder abgelegt werden, sind sie ein leichtes und begehrtes Ziel geworden. Bereits jetzt wird das Recht des Bürgers auf private Informationen und Kommunikation unterwandert. Der Druck, dieses verfassungsmässig garantierte Recht im Namen von Sicherheit und Kontrolle zu verwässern, wird stetig zunehmen.

Die Schweiz muss jetzt die nötigen Gesetze, Strukturen und Ressourcen schaffen, damit dem Datengeheimnis nicht das gleiche Schicksal wie dem Bankgeheimnis blüht.

Fakt: Durch den rasanten technologischen Wandel und die einhergehenden Möglichkeiten haben wir die Kontrolle darüber verloren, wem welche Daten zugänglich sind und was damit gemacht wird.

Fakt: Bei der privaten digitalen Kommunikation (Telefon, Email, Chat etc.) und bei der Speicherung von Daten im Internet (Cloud) ist das Brief-, Post- und Fernmeldegeheimnis nicht mehr gewährleistet.

Fakt: Fremde Staaten, aber auch private Firmen legen ohne unser Einverständnis und ohne Aufsicht durch entsprechende Institutionen umfangreiche, personalisierte Datensammlungen (Surfverhalten, Telefongespräche, Email Verkehr, Cloud-Dokumente, Chats & Messaging etc.) an und werten diese zu Werbe- oder Spionagezwecken aus bzw. verkaufen sie an Dritte weiter.

Fakt: Durch die rasante Verbreitung von Video- bzw. Audioaufnahmegeräten sowie GPS Sensoren in Telefonen, Uhren, Brillen etc. aber auch mittels Drohnen und Satelliten können Bürger vermehrt ohne ihr Wissen oder Einverständnis gefilmt und oder aufgezeichnet werden, sowie detaillierte Bewegungsprofile von ihnen erstellt werden.

"Wir fordern dass der Bürger sein Recht auf Privatsphäre auch in der digitalen Welt wahren und durchsetzen kann."

Wir möchten zudem, dass die Schweiz als unabhängiger und neutraler Staat international eine Vorreiterrolle im Bereich des Datengeheimnisses einnimmt und die gesetzlichen Grundlagen schafft, damit das Datengeheimnis langfristig sichergestellt ist. Dies gilt im Besonderen auch gegen Druck von Drittstaaten und explizit auch für Daten von Personen aus Drittstaaten.

Auch sollte die Ansiedlung von Firmen in der Schweiz begünstigt werden, welche Dienstleistungen und Produkte im Zusammenhang mit dem Datengeheimnis anbieten.

Denn sichere Daten sind nicht primär ein technisches Problem, im Gegenteil: Neue und sichere Speicherverfahren (zum Beispiel: Peer to Peer Netzwerke, anwenderfreundliche kryptographische Verfahren, Opensource Software) und vermehrte Aufklärung des Einzelnen können viel zu einem funktionierenden Datengeheimnis beitragen. Firmen und Organisationen, welche sichere Datenspeicherungs- oder Datentransfer-Verfahren anbieten, brauchen aber einen sicheren Hafen für ihre physische Präsenz. Legt die Schweiz als unabhängiges und neutrales Land das rechtliche Fundament dafür, können Unternehmen darauf aufbauen und Produkte und Dienstleistungen anbieten.

Sichere Daten werden in Zukunft vermehrt ein wichtiges und schützenswertes Gut darstellen. Wer sich langfristig und glaubhaft als sicherer Standort für Daten positionieren kann, sichert sich einen enormen internationalen Wettbewerbsvorteil.

Durch die Förderung dieser Anliegen wird nicht nur der Wirtschaftsstandort Schweiz gestärkt, sondern auch die Grundpfeiler dafür geschaffen, dass wir auch in Zukunft in einer freien und selbstbestimmten Gesellschaft leben können.

Die Forderungen im Detail


Recht auf private Daten und private Kommunikation

  • Das Brief, Post und Fernmeldegeheimnis gilt auch für Email, Chat, Datenübertragung, Datenablage
  • Die elektronische Kommunikation zwischen Personen muss privat sein (gem. Art. 13 der Bundesverfassung)
  • Die Ablage elektronischer Daten muss privat sein (gem. Art. 13 der Bundesverfassung)
  • Bei der Einsicht von Daten aufgrund von gesetzlichen Vorschriften müssen rechtsstaatliche Grundsätze eingehalten werden (gem. Art. 36 der Bundesverfassung)
  • Jeder Bürger hat das alleinige Recht an seinen Daten, sofern er dieses nicht ausdrücklich anders geregelt hat.
  • Öffentliche Einträge im Internet müssen unter Umständen gelöscht werden können, sofern sie falsch, unverhältnismässig oder nachweisbar schädlich sind (Recht des Vergessens).

Verbot von personalisierten Datensammlungen

Personalisierte Datensammlungen ohne explizite Zustimmung der betroffenen Person sind nicht erlaubt. Dort wo nötig (z.B. Kreditkarten) müssen diese Daten sicher abgelegt werden und bei Vertragsende endgültig gelöscht werden. Wo persönliche Daten Dritten zugänglich gemacht werden (z.B. zwecks statistischer Auswertung oder Marketing) bedarf dies einer ausdrücklichen Zustimmung des Nutzers.

Verbot von Aufnahme ohne Genehmigung

  • Aufnahmen von Personen ohne Erlaubnis sind nicht gestattet.
  • Wer fotografiert, filmt oder Ton aufnimmt muss dies klar ersichtlich kennzeichnen (z.B. durch optisches oder akustisches Signal)
  • Lokalisierung und Aufzeichnen von Bewegungsprofilen ohne Erlaubnis sind nicht erlaubt.
  • Zuwiderhandlungen sind strafbar

Schutz von Bürgerdaten

  • Kein Austausch von Bürgerdaten zwischen Ämtern oder zwischen Staat und Drittparteien ohne ausdrückliche Zustimmung des Einzelnen oder klare gesetzliche Grundlage
  • Sicherheitsrelevante IT-Systeme müssen transparent ausgeschrieben und mit Vorzug in der Schweiz entwickelt oder zumindest geprüft werden.
  • Der Einfluss von Drittparteien muss ausgeschlossen werden können (z.B. durch Opensource Entwicklung in der Schweiz)
  • Sensible Daten, welche beim Staat oder z.B. im medizinischen Bereich erhoben werden bedürfen eines besonderen, staatlich garantierten Schutzes.

Förderung von Unternehmen und Forschungseinrichtungen, welche das Datengeheimnis stärken

  • Der Staat soll Firmen und Institution unterstützen, welche Technologien oder Produkte entwickeln, die eine sichere Ablage von Daten oder verschlüsselte Kommunikation ermöglichen.
  • Hierzu sollen die Mittel für Hochschulen und andere Forschungseinrichtungen erhöht werden, welche sich aus technologischer oder auch juristischer Sicht mit der Thematik beschäftigen
  • Zudem regen wir an, einen Start-Up-Fonds zu eröffnen, welcher Start-Ups in diesem Bereich finanziell unterstützt. So wird Know-How aufgebaut, internationale Talente angezogen und die Schweiz international als Vorreiter im Bereich Datenschutz positioniert.


Zum Schluss

Uns ist bewusst, dass die Schwierigkeit in der Umsetzung und Durchsetzbarkeit des Datengeheimnisses liegt; viele der angesprochenen Forderungen haben bereits jetzt eine klare gesetzliche Grundlage.

Oft wird der Missbrauch aber gar nicht entdeckt oder kann nicht nachgewiesen werden. Oft haben die betroffenen Firmen ihren Sitz nicht in der Schweiz und entziehen sich damit unserer Jurisdiktion.

Es fehlt an Verständnis und Know-How bei den Betroffenen, aber auch bei den zuständigen Behörden, deshalb dieses Manifest. Denn wenn für jedermann klar und verständlich geregelt ist, was erlaubt ist, dann können auch entsprechende Ressourcen mobilisiert und allenfalls neue Gesetze erlassen werden um unsere Bürgerrechte durchzusetzen.

Die Zeit zum Handeln ist jetzt.

Auswirkungen von unzureichendem Datenschutz

Wenn private Daten nicht mehr geschützt sind, wenn wir die Kontrolle darüber verlieren, wer unsere Daten sehen kann und wenn Staaten und Firmen diesen Umstand gezielt ausnutzen um sich einen Informationsvorsprung zu verschaffen, so hat dies gravierende Auswirkungen.

Politische Auswirkungen

Unzureichend geschützte Daten führen zu:

- Spionage von Drittstaaten
- Datendiebstahl beim Bund
- Schwachstellen in der Landesverteidigung
- Internationale Wettbewerbsnachteile
- unerlaubte Fichen Sammlungen

und allgemein zu einer Machtverschiebung in Richtung Staat bzw. Behörden und schliesslich zu einem Überwachungsstaat.

 Wirtschaftliche Auswirkungen

Aber auch für Schweizer Firmen erwachsen Nachteile aufgrund eines unzureichenden Datenschutzes:

- Wirtschafts- und Industriespionage
- Verrat von Geschäftsgeheimnissen
- Geschwächte Verhandlungsposition aufgrund eines Informationsvorsprungs des Anderen
- Staatliche Benachteiligung von Unternehmen, welche nicht mit Nachrichtendiensten zusammenarbeiten.

Gesellschaftliche / Kulturelle Auswirkungen

Die schlimmsten Auswirkungen sind allerdings gesellschaftlicher Natur. Die Überwachungsgesellschaft ist die Kehrseite der Informationsgesellschaft:

Wenn der Einzelne davon ausgeht, dass seine Daten eingesehen und seine Kommunikation mitgehört wird; wenn man es als selbstverständlich erachtet, jederzeit geografisch geortet und nahtlos Video-überwacht zu werden, führt dies zu schleichenden Verhaltensveränderungen. Und langfristig zu vorauseilendem Gehorsam und Konformität. Es führt dazu, dass, wer sich bedeckt hält und seine Daten nicht offenlegen will, sich automatisch verdächtig macht.

Selbstverständlich führt ein rigoroses Datengeheimnis zu Missbrauch. Es ist anzunehmen, dass Personen illegale Daten speichern und den Schutz abhörsicherer Kommunikation zur Organisation von kriminellen Handlungen missbrauchen.

Doch Freiheit hatte schon immer ihren Preis. Sie sollte nicht leichtfertig auf dem Altar einer trügerischen Sicherheit geopfert werden.

Das sagt die Verfassung

Art. 13 Schutz der Privatsphäre
1. Jede Person hat Anspruch auf Achtung ihres Privat- und Familienlebens, ihrer Wohnung sowie ihres Brief-, Post- und Fernmeldeverkehrs.
2. Jede Person hat Anspruch auf Schutz vor Missbrauch ihrer persönlichen Daten.

Art. 36 Einschränkungen von Grundrechten
1. Einschränkungen von Grundrechten bedürfen einer gesetzlichen Grundlage. Schwerwiegende Einschränkungen müssen im Gesetz selbst vorgesehen sein. Ausgenommen sind Fälle ernster, unmittelbarer und nicht anders abwendbarer Gefahr.
2. Einschränkungen von Grundrechten müssen durch ein öffentliches Interesse oder durch den Schutz von Grundrechten Dritter gerechtfertigt sein.
3. Einschränkungen von Grundrechten müssen verhältnismässig sein.
4. Der Kerngehalt der Grundrechte ist unantastbar.

Weiterführende Artikel


Yes, NSA surveillance should worry the law-abiding

http://www.theguardian.com/commentisfree/2013/jun/10/nsa-snooping-law-abiding

Die Privatsphäre ist nicht überflüssig

http://www.zeit.de/politik/2013-11/ueberwachung-internet-telefon-gleichgueltigkeit-nsa/

Datengeheimnis wird zum neuen Schweizer Standortvorteil:

http://www.nzz.ch/aktuell/wirtschaft/wirtschaftsnachrichten/das-schweizer-datengeheimnis-1.18098691

Schweizer Datentresore sind nicht sicher

http://www.20min.ch/digital/news/story/Schweizer-Datentresore-sind-nicht-sicher-11795202

Auf ins Datenreduit!

http://www.schweizermonat.ch/artikel/auf-ins-datenreduit

Gegen Journalisten, die der institutionellen Autorität dienen

"Natürlich haben pflichtbewusste, treue Anhänger des Präsidenten und seiner Politik, brave Bürger also, die nichts tun, was die Aufmerksamkeit der Mächtigen auf sie lenkt, keinerlei Grund, sich vor dem Überwachungsstaat zu fürchten. Das gilt für jede Gesellschaft: Wer den Mächtigen keine Probleme bereitet, wird selten das Ziel von Unterdrückungsmassnahmen. So jemand kann leicht zu dem Schluss kommen, dass es gar keine Unterdrückung gibt. Aber die Freiheit einer Gesellschaft misst sich eben daran, wie sie mit Abweichlern und Randgruppen umgeht, nicht daran, wie sie ihre loyalen Mitglieder behandelt." http://medienwoche.ch/2014/05/28/gegen-journalisten-die-der-institutionellen-autoritaet-dienen/


Everything is broken

The NSA is doing so well because software is bullshit.
https://medium.com/message/81e5f33a24e1



Videos

Realtime video surveillance of a whole city: http://youtu.be/BBfSbdAC-3k